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Corona-Virus im Ostalbkreis

Artikel vom 30.04.2021

Corona-Virus im Ostalbkreis - Gemeinsamer Appell des Landrats, aller Oberbürgermeister, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie des Vorstands der Kliniken Ostalb:

Kontakte minimieren – Ansteckungen reduzieren – Kliniken entlasten - Inzidenz für Öffnungen erreichen!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Anfang März des vergangenen Jahres hat das Corona-Virus den Ostalbkreis erreicht. Seitdem beherrscht die weltweite Pandemie unser tägliches Leben und verlangt uns allen vielfältige Einschränkungen ab. Deutschlandweit haben sich inzwischen über 3,3 Mio. Menschen mit dem SARS-Cov-2-Virus und den mittlerweile entstandenen Virus-Varianten infiziert, über 82.000 von ihnen sind an oder mit Corona verstorben.

Ansteckungen nehmen immer mehr zu

Wir durchleben momentan die dritte Infektionswelle und die Infektionszahlen bundesweit, aber auch bei uns im Ostalbkreis, erreichen neue, traurige Rekordwerte. Bereits knapp 340 Menschen sind im Kreis im Zusammenhang mit der Pandemie verstorben, täglich zählen wir mehr Neuinfektionen, wodurch unser Wert für die 7-Tage-Inzidenz inzwischen bei rund 250 liegt – Tendenz steigend.

Kliniken sind voll ausgelastet

Aber nicht nur die Summe der Neuinfektionen binnen sieben Tagen je 100.000 Einwohner muss uns Sorge machen. Mit dem stetigen Anstieg der Infektionszahlen müssen immer mehr Menschen stationär in den Kliniken aufgenommen und behandelt werden. Das hat zur Folge, dass in unseren Häusern, den Kliniken Ostalb in Aalen, Ellwangen und Mutlangen, seit dem vergangenen Wochenende die Intensivbetten fast bis auf den letzten Platz gefüllt sind. Was wiederum bedeutet, dass die Kapazitäten für weitere Notfälle – seien es Corona-Patienten, durch einen Unfall Schwerstverletzte oder andere Notfall-Patienten mit Herzinfarkt oder Schlaganfall - knapp werden. Aus diesem Grund müssen aktuell alle planbare Operationen wie etwa Eingriffe an Hüfte oder Knie in den Kliniken Ostalb verschoben werden.

Neuinfektionen müssen unbedingt gesenkt werden

Unser öffentliches Leben – Bildung, Sport, Kultur, Gastronomie, große Teile des Einzelhandels – sind mittlerweile wegen der rasant gestiegenen Ansteckungen auf nahezu Null heruntergefahren – und dies schon seit fast einem halben Jahr!

Deshalb bitten wir heute ALLE GEMEINSAM im Namen des Ostalbkreises, der Kliniken Ostalb und aller 42 Städte und Gemeinden um Ihre SOLIDARITÄT und Ihre EINSICHT:

Wir haben ein GEMEINSAMES ZIEL, nämlich die deutliche Reduzierung unserer Infektionszahlen, damit wir unser Leben so schnell wie möglich wieder im privaten und im öffentlich Bereich öffnen dürfen!

Ein WEITER SO kann und darf es nicht geben, weil wir sonst einen noch steileren Anstieg der Infektionszahlen erleben werden, der wiederum weitere Einschränkungen nach sich ziehen würde. Dazu gehören Ausgangsbeschränkungen auch tagsüber und durchgängiges Tragen von Mund-Nasen-Schutz in der Öffentlichkeit bei Verlassen des Hauses, was nur noch mit triftigem Grund zulässig wäre.

Deshalb unser dringender APPELL AN SIE ALLE:

  • Minimieren Sie Ihre Kontakte: 1 Haushalt darf sich nur mit 1 weiteren Person treffen!
  • Unterlassen Sie Treffen und Ausflüge in der Gruppe oder mit zwei Familien und mehr!
  • Halten Sie Abstand zu anderen Menschen – mindestens 1,5 Meter - und beachten Sie die Hygienevorschriften!
  • Tragen Sie möglichst überall, wo Maskenpflicht herrscht und nicht ohnehin FFP2-Masken vorgeschrieben sind, FFP2-Masken!
  • Halten Sie sich an die Ausgangbeschränkungen!
  • Nehmen Sie die freiwilligen und kostenlosen Testangebote wahr – egal ob in den Betrieben oder die Bürgertestungen, die jedem einmal pro Woche zustehen! Damit helfen Sie, Infektionen aufzuspüren, die sich noch nicht durch Symptome geäußert haben, und somit eine weitere Verbreitung frühzeitig zu stoppen!

Nur wenn wir alle gemeinsam uns an die Spielregeln halten, können wir es schaffen, Schritt für Schritt die Notbremse zu lockern:

  • Bei dauerhafter 7-Tage-Inzidenz unter 165 dürfen Kinder und Jugendliche wieder in die Kitas und in den Präsenzunterricht an den Schulen.
  • Bei einem Wert unter 150 haben die sonstigen Einzelhändler wieder die Möglichkeit, Click & Meet mit tagesaktuellem Schnelltest anzubieten.
  • Und bei unter 100 würden wir die Regelungen der Bundes-Notbremse hinter uns lassen, die ansonsten verpflichtend bis Ende Juni gelten!

Wir bauen auf Ihre Unterstützung!

Lassen Sie uns nicht über die Corona-Maßnahmen, die uns alle in unserem Alltag beschränken, klagen! Lassen Sie uns vielmehr zusammenstehen, damit wir nicht durch fahrlässiges Verhalten unser wichtigstes Mittel im Kampf gegen Corona selbst unterlaufen: das IMPFEN.

Schon im Juni, also in gut einem Monat, wird voraussichtlich genügend Impfstoff vorhanden sein, damit die bisherige Impfpriorisierung fallen kann und sich noch mehr Menschen impfen lassen können. Wenn wir jetzt den steigenden Infektionen tatenlos zusehen, begünstigen wir die Entstehung und Verbreitung weiterer Virus-Varianten, gegen die dann womöglich die jetzigen Impfstoffe machtlos sein werden. Lassen Sie uns diesen Wettlauf zu unseren Gunsten entscheiden!

Wir bauen auf Ihre Akzeptanz und Einsicht – dennoch haben wir jetzt flächendeckend im Ostalbkreis die Kontrollen verstärkt. Die Städte und Gemeinden überprüfen die Einhaltung der Quarantäne bei Infizierten und Kontaktpersonen und sanktionieren Verstöße, kontrolliert werden zudem Jugendtreffpunkte, Spiel- und Bolzplätze oder Sportanlagen und öffentliche Plätze auf die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen und Mindestabstände sowie die Maskenpflicht. Auch die Polizei ist vermehrt unterwegs, um vor allem die Einhaltung der nächtlichen Ausgangsbeschränkung zu kontrollieren.

Lassen Sie uns zusammenhalten, um der Pandemie ein baldiges Ende zu setzen!

Bleiben Sie gesund!

Dr. Joachim Bläse, Landrat des Ostalbkreises

Prof. Dr. Ulrich Solzbach, Vorstandsvorsitzender Kliniken Ostalb

Thilo Rentschler, Oberbürgermeister der Stadt Aalen

Richard Arnold, Oberbürgermeister der Stadt Schwäbisch Gmünd

Michael Dambacher, Oberbürgermeister der Stadt Ellwangen

Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Städte und Gemeinden:

Markus Bareis, Frederick Brütting, Dr. Gunter Bühler, Nikolaus Ebert, Günter Ensle, Stephanie Eßwein, Willi Feige, Willibald Freihart, Marita Funk, Dieter Gerstlauer, Manfred Haase, Edwin Hahn, Christoph Hald, Sabine Heidrich, Wolfgang Hofer, Thomas Häfele, Stefan Jenninger, Armin Kiemel, Rainer Knecht, Markus Knoblauch, Christoph Konle, Thomas Kuhn, Jochen König, Peter Kühnl, Peter Lang, Ralf Leinberger, Ralf Leischner, Raimund Müller, Michael Rembold, Thomas Saur, Adrian Schlenker, Tobias Schneider, Andrea Schnele, Johannes Schurr, Jürgen Stempfle, Klemens Stöckle, Peter Traub, Walter Weber